Das Jahr 2025 begann für uns mit einer besonderen Nachricht: Gleich zu Jahresbeginn erhielten wir von Frau Amos im Namen der Deutschen Kniegesellschaft die erfreuliche Mitteilung, dass wir für die zweite Auflage des Osteotomie-Fellowships 2025 ausgewählt wurden. In den Wochen danach wuchs die Vorfreude stetig: auf spannende Einblicke in überregional renommierte Zentren des Gelenkerhalts, auf das Eintauchen in die spezifische Expertise dieser Kliniken, auf das Reflektieren der eigenen klinischen Praxis und nicht zuletzt auf den fachlichen und persönlichen Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen.
Den Auftakt unseres Fellowships bildete ein dreitägiger Aufenthalt in der Abteilung für Orthopädie und Unfallchirurgie am Klinikum Lichtenfels, wo wir von Dr. Jörg Harrer und Dr. Felix Ferner herzlich empfangen wurden. Bereits zu Beginn wurde deutlich, dass wir in ein hochspezialisiertes Zentrum des gelenkerhaltenden Operierens eingetaucht waren. Im Fokus standen Konzepte zur Analyse und Behandlung von Patellaluxationen, verschiedene komplexe Fehlstellungskorrekturen und diverse gelenkerhaltende Verfahren, die wir nicht nur als Beobachter verfolgen, sondern aktiv im Operationssaal begleiten durften.
Besonders beeindruckend war der strukturierte Ablauf mit präoperativen Fallbesprechungen, detaillierter Planung und präziser operativer Umsetzung. Die klare Kommunikation, das durchdachte Vorgehen bei komplexen Fragestellungen und die hohe fachliche Expertise der Kollegen ermöglichten uns wertvolle Einblicke in die differenzierte Entscheidungsfindung und operative Technik im Bereich der gelenkerhaltenden Chirurgie.
Neben der fachlichen Tiefe war auch das kollegiale Miteinander ein prägendes Element unseres Aufenthalts. Intensive, offene und klare Gespräche begleiteten uns über den gesamten Verlauf der Hospitation. Ein stimmiges Rahmenprogramm – darunter ein gemeinsamer Grillabend, eine Wanderung auf den Staffelberg sowie ein fränkischer Abend mit lokalen Spezialitäten – rundete unseren Aufenthalt ab.
Im Anschluss an die Hospitation nahmen wir für zwei weitere Tage am Osteotomie-Kurs im Kloster Banz teil. Auch hier erlebten wir spannende und hochqualitative Vorträge, interaktive Diskussionen und konnten unser Netzwerk innerhalb der osteotomierenden und gelenkerhaltenden Community erweitern und vertiefen.
Weiter führte uns unsere Reise an die BG Unfallklinik Murnau in die Abteilung für Sporttraumatologie und arthroskopische Chirurgie unter der Leitung von Dr. Julian Fürmetz. Eingebettet in die beeindruckende Alpenkulisse, konnten wir dort zwei intensive und hochinteressante Tage verbringen.
Im Mittelpunkt mehrerer spannender Fallbesprechungen standen Osteotomien bei postoperativen Fehlstellungen und Bandinstabilitäten. Wir begleiteten unter anderem die Durchführung einer Doppelstock-Osteotomie, einer Osteotomie unter Verwendung eines intramedullären Verlängerungs-Marknagels, sowie Osteotomien bei chronischer VKB-Insuffizienz.
Ein weiterer Höhepunkt war der Einblick in die biomechanische Forschungsabteilung der Klinik, welche eng mit der klinischen Arbeit verknüpft ist und maßgeblich zur Weiterentwicklung operativer Verfahren beiträgt. Die Möglichkeit, aktuelle Forschungsprojekte kennenzulernen, war für uns eine wertvolle Ergänzung zur klinischen Hospitation.